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Chancen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen für eine Markteinführung von zellkultiviertem Fleisch in der Schweiz

Autor: Emina Vaucher

Thema

Chancen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen für eine Markteinführung von zellkultiviertem Fleisch in der Schweiz.

Ziel/ Fragestellung

Zellkultiviertes Fleisch gilt als vielversprechende Innovation im Lebensmittelbereich, steht in der Schweiz (wie auch in der EU und andernorts) jedoch noch vor erheblichen technologischen, gesellschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen. Insbesondere die Akzeptanz der Konsumentinnen und Konsumenten wird eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Markteinführung spielen.

Ziel der Masterarbeit war es, die wichtigsten Herausforderungen und Handlungsfelder für eine mögliche Markteinführung von zellkultiviertem Fleisch in der Schweiz zu identifizieren. Im Zentrum stand die Beantwortung der Frage, welche Kommunikation und Markteintrittsstrategie erforderlich sind, um die Konsumentenakzeptanz zu erhöhen, und welche regulatorischen Rahmenbedingungen dabei zu beachten sind.

Untersucht wurden insbesondere gesellschaftliche, psychologische und kulturelle Einflussfaktoren auf die Akzeptanz. Vor dem Hintergrund der entsprechenden, bereits vorhandenen empirischen Daten wurden in einem nächsten Schritt mögliche Kommunikations- und Marketingmassnahmen vorgestellt, um diese Akzeptanz zu erhöhen. Abschliessend wurden die regulatorischen Voraussetzungen für die Zulassung und Vermarktung von zellkultiviertem Fleisch als neuartiges Lebensmittel (Novel Food) erläutert.

Persönliche Ziel/Erfahrungen

Mein Ziel war es, ein hochaktuelles und zukunftsorientiertes Thema der Lebensmittelbranche zu bearbeiten und dabei wissenschaftliche Erkenntnisse mit Fragestellungen aus der Praxis zu verbinden. Besonders interessiert hat mich, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit aus einer technologischen Innovation tatsächlich ein von Konsumentinnen und Konsumenten akzeptiertes Lebensmittel werden kann.

Die intensive Auseinandersetzung mit zellkultiviertem Fleisch hat mir gezeigt, wie vielschichtig und komplex die Einführung eines neuartigen Lebensmittels ist. Technologische Machbarkeit allein reicht nicht aus: Konsumentenbedürfnisse, Vertrauen, Kommunikation, Nachhaltigkeit, regulatorische Anforderungen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen müssen zusammenspielen.

Besonders wertvoll waren für mich die Interviews mit Fachpersonen aus unterschiedlichen Bereichen der Schweizer Lebensmittelbranche und mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Die Einschätzungen dieser Fachpersonen ermöglichten es mir, die wissenschaftlichen Erkenntnisse mit konkreten Einschätzungen aus der Praxis zu verbinden und dadurch das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

Meine wissenschaftlichen Recherchen haben mein Verständnis dafür vertieft, wie entscheidend eine glaubwürdige und transparente Kommunikation bei Lebensmittelinnovationen ist. Diese Erkenntnis und die Absicht, am Thema «dranzubleiben» und auch künftig die Entwicklungen im Proteinmarkt zu verfolgen, nehme ich für meine weitere berufliche Tätigkeit mit.

Aktuelles Arbeitsumfeld

Purchasing Manager verarbeitete Fleischprodukte, Coop Genossenschaft, Basel