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Biodiversität auf dem Teller

Was heisst Biodiversität?

Beitrag von: Yvonne Piëch, Foodscout und Foodbloggerin

Unter «Bio» und «Diversität» kann sich noch jeder etwas vorstellen aber was heisst «Biodiversität»?

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) versteht unter Biodiversität «die Vielfalt des Lebens auf den Ebenen der Ökosysteme (Lebensräume), der Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroorganismen) und der genetischen Vielfalt, also der Variabilität und Unterschiedlichkeit der Individuen einer Art.» Biodiversität scheint also gemäss dieser Definition ein recht komplexes Thema zu sein.

Die reiche Biodiversität der Schweiz ist das Ergebnis naturräumlicher Vielfalt einerseits (Höhenunterschiede, klimatische Gegensätze, Verschiedenartigkeit der Böden) und menschlicher Einflüsse andererseits. Doch wir haben es geschafft, dass sich die Biodiversität der Schweiz seit 1900 signifikant verschlechtert hat und sich per dato in einem besorgniserregenden Zustand befindet. So sind beispielsweise bereits 36% aller Arten in der Schweiz bedroht. Mit einfachen Worten ist es uns gelungen, dass die Vielfalt technisch produzierter Gegenstände – vom Kugelschreiber bis zum Flugzeug – mittlerweile die Vielfalt der natürlichen Arten unserer Erde übersteigt. Berechnungen zufolge gibt es bereits mehr als eine Milliarde verschiedener «Technofossilien».

Hierfür gibt es zahlreiche Gründe: Die intensive und nicht mehr nachhaltige Bewirtschaftung von landwirtschaftlich genutzten Agrarökosystemen hat wesentlich zur Verschlechterung der Biodiversität beigetragen. So sind beispielsweise landwirtschaftliche Produktionsmodelle, die sich auf Monokulturen fokussieren zwar einerseits hoch effizient, andererseits fördern sie aber die biologische Vielfalt nicht. Wesentlichen Ursachen für den Biodiversitätsverlust sind u.a.:

  • Nutzungsintensivierung
  • Lebensraumfragmentierung
  • Schadstoffbelastung
  • Klimawandel
  • Nicht nachhaltiger Konsum

Das Thema der abnehmenden Biodiversität belastet allerdings nicht nur die Schweiz, sondern ist global zu beobachten. Um dieser Entwicklung auf Staatenebene entgegen zu wirken, wurden verschieden lokale wie auch internationale Massnahmen bereits vor langer Zeit ergriffen. So überwacht der Bund mit dem Biodiversitätsmonitoring Schweiz BDM bereits seit 2001 den Zustand der Biodiversität. Das wichtigste Instrument auf globaler Ebene ist die Biodiversitätskonvention CBD.

Warum aber braucht es überhaupt Biodiversität?

Ökosysteme beinhalten eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten. Diese stehen in unterschiedlichen Beziehungen zueinander, bilden Synergien und gleichzeitig auch Abhängigkeiten. Eine intakte Diversität ist u.a. widerstandfähiger gegenüber Umwelteinwirkungen. Die Erhaltung und nachhaltige Nutzung dieser Vielfalt gilt als wichtige Grundlagen für menschliches Wirtschaften und Wohlergehen.

Wie können wir die Biodiversität verbessern?

Nicht nur die Staaten können mit ihren Massnahmen einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Biodiversität nehmen. Auch wir als Individuen und insbesondere Mitglieder der Foodbranche haben die Möglichkeit die Biodiversität mit einfachen Mitteln nachhaltig zu verbessern. Ein paar Beispiele dazu:

  • Kaufen Sie bei dem Biobauern Ihres Vertrauens gesunde Lebensmittel, die nicht unnötig mit Pestiziden und Dünger belastet sind.
  • Wenn Sie unter der Woche mal kein Fleisch essen, geniessen Sie den Sonntagsbraten umso mehr.
  • Essen Sie Vielfalt. Wussten Sie, dass es etwa 30.000 essbare Pflanzenarten gibt – in der Regel aber nur rund 30 Pflanzen auf unsere Teller kommen?

Ob privat, als F&B Manager, als Menüplaner, Category Manager und Koch – Sie können direkt Einfluss darauf nehmen, dass Biodiversität nicht weiter abnimmt. Nutzen Sie Vielfalt auf dem Teller und servieren Sie auch mal etwas nicht so Bekanntes wie eine essbaren Wildpflanze oder zu einem Stück guten Käse einen Senf aus gelben Kirschen (nur noch 5 Bäume in der CH). Biodiversität auf dem Teller macht Spass.

Diskutieren und Degustieren Sie mit uns am nächsten foodwardCircle zum Thema: «Biodiversität auf dem Teller» und erfahren Sie wie gut Vielfalt ist. Ein Stammtischgespräch mit Patrick Honauer, Social Entreprenneur (i.e. Bachsermärt), Maurice Maggi, Guerilla-Gärtner, Koch und Buchautor („Einfache Vielfalt“) und Adrian Krebs, Chefredaktor Bauernzeitschrift.

Mehr Informationen und Anmeldung.

Weitere Termine

04.10.2018 Start Modul „Konsumenten am Point of Sales“

01.11.2018 Start  CAS „Digital Food Competencies“

06.11.2018 Infoabend in Zürich – Weiterbildung Excellence in Food

04.12.2018 Anmeldeschluss CAS „Food Finance and Supply Chain Management“ mit Frühbucherrabatt